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Einwanderung und Anfänge

der Mennoniten in Brasilien

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     Jemand

 

 

Einwanderung und Anfänge

der Mennoniten in Brasilien

    

     Gerhard und Anna Fröse, aus Winnipeg, Kanada, berichten in der Mennotischen Rundschau, Ausgabe vom 11. September 1935, über ein schreckliches Geschehen, das ihre Kinder am Krauel befallen hat, welches sie durch Briefe von ihnen erfahren haben:

     Ein schreckliches Ereignis am Krauel

Es diene unseren lieben Geschwistern und Verwandten folgender trauriger Vorfall zur Nachricht, die unsere lieben Kinder, Jacob und Agatha Wiens, Gnadenthal, Brasilien, betroffen hat.

     Ihren zwei Briefen vom 28. Juli und 3. August entnehme ich folgendes:

     „Also am 30. Juli, weil es kalt war, machten wir Feuer im Herd und nahmen unseren kleinen Sohn, Walterchen, von 2 Jahren und 7 Monaten nicht mit, wie sonst, weil er etwas erkältet war. Wir gingen in den Stall, ich zwei Kühe zu melken und mein Jacob, das Vieh zu füttern. Als er schon etwas Futter gegeben hatte, ging er ins Wohnhaus, nachzusehen, und fand alles in bester Ordnung. Er gab dem kleinen Boy zum Zeitvertreib noch ein Bilderbuch und etwas Candy und kam wieder in den Stall. Dann setzte ich mich bei der zweiten Kuh hin und als ich sie ausgemolken hatte, ging ich ins Haus. Doch als ich näher kam, hörte ich meinen lieben Sohn zwei Mal aufschreien. Ich ließ alles stehen und lief. Als ich die Tür aufriss, war das ganze Haus voll Rauch und ich sah bei unserem Liebling auf beiden Schultern etwas Feuer, welches er mit den Händen ausschlug, in dem Glauben, die Kleider haben angefangen zu brennen. Dann aber, welch ein Schrecken. Der Junge war ganz nackend und es waren die letzten Haare, die da noch brannten. Die Kleider waren von seinem Leib heruntergebrannt und hingen noch an seinen Beinchen. Er war ganz braun gebraten und die Haut steif gebrannt.

      O liebe Eltern! Vor einer halben Stunde zog ich einen schönen, sauberen Sohn an, und jetzt habe ich in meinen Armen ein verbranntes Kind. Ich schreibe in meinem schweren Schmerz, den wir erfahren haben. Das Wasser geht uns bis an die Seele, wir sind nahe am versinken, doch wir wollen den Herrn nicht lassen und klammern uns immer fester an Ihn. Wir wollen es als aus Seiner Hand nehmen, ob das Herz auch schier bricht unter der Last, die der Herr uns auferlegt.

     Liebe Eltern und Geschwister, helft uns beten, damit wir nicht verzagen. Bruder Eck, unser Arzt hier, wurde gleich geholt. Er sagte, es sei keine Hilfe. Er machte eine Unterspritze, um die Not etwas zu lindern. Darauf schlief unser Liebling bald ein und ich ließ ihn so auch hinüber zu seinem Garten, der ihn zu sich genommen hat, das kleine, uns so teure Lämmchen. Er starb zwei Stunden nach dem Unglück.

     Wir spüren es, dass der Herr uns tragen hilft, sonst wären wir in diesen Tagen verzagt. Die ganze Ansiedlung hat uns große Teilnahme entgegengebracht, auch am Tage der Beerdigung, welche am darauffolgenden Tage, also den 31. Juli, geschah. Wie wohl solche Teilnahme tut, kann nur der verstehen, der in solchem Schmerz sich befindet.“

      Eure Geschwister, Gerh. und Anna Fröse. 296 Burns Str., Winnipeg, Man.

MR 1935-09-11

      Hätten sie doch das kleine Kind nicht sich selbst überlassen und lieber mit in den Stall genommen, würden wir heute sagen. Wahrscheinlich war dieses aber nicht möglich oder zu schwierig. Auf jeden Fall dachten sie, das Kindlein würde es drinnen besser haben.

     Selbst mit den heutigen medizinischen Fortschritten wäre dem Kindlein nicht mehr zu helfen gewesen.

     Zum Glück gab es einen Dr. Eck am Krauel und der konnte das Kindlein betäuben.

     Zu bemerken ist auch die Anteilnahme der Kolonie an dem Leid. Das hat den betroffenen Eltern geholfen. 

 

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